Conni´s Morgengeflüster aus dem Knobelsdorfer Huskyhaus

Es gibt Dinge, die muss man nichts und niemanden beweisen, die sind fürs Herz für die Seele und die sind ein stilles Miteinander. Und nichts ist mir wichtiger im Zusammenleben mit unseren Hunden, als diese entspannten und schönen Momente, wenn sie satt sind und sich zusammen auf dem Baumhaus kuscheln, die Morgen Sonne genießen. 
Wenn Sie mir zeigen, wie gerne sie zu Hause sind, Hund sein dürfen, 
wenn Sie mich fühlen lassen, dass sie mich mögen und respektieren und nicht nur das Futter in meiner Hand, wenn ich weiß, dass sie ein tolles Rudel sind, was uns beiden Zweibeiner auf Hundeart liebt, was aber auch ein Eigenleben - ihre Privatsphäre - haben darf und wir nicht ständig um sie rum sind und sie mit unserem Menschsein nerven ;)
So ist es schön zu wissen, dass sie sich freuen , wenn man kommt, aber auch nicht an Traurigkeit oder Verlustangst sterben, wenn wir wieder ins Haus gehen. 

Ich komme früh mit meinem Eimer frische Suppe – Rindfleisch, heute gekocht mit Reis - ins Hundehaus. Sieben noch etwas verschlafene Nasen kommen wir entgegen.
Senta, die Gruppen-älteste und Chefin im Rudel hat wohl draußen geschlafen. Ich sehe es an ihrem nassen Fell. Sie kaspert und ist fröhlich, wie jeden Morgen. Kann man jeden Morgen gute Laune haben? Senta kann - weil sie ist angekommen, sie ist zu Hause und wenn man sie beobachtet, merkt man, dass dies das Wichtigste für sie auf der Welt ist. Und ich denke, wie schön es ist, dass sie die Freiheit haben, selber zu wählen, wo sie schlafen. Ob in ihren warmen Nestern, gut gefühlt mit Stroh, oder lieber unter  freiem Himmel mit Blick auf den Knobelsdorfer Nachthimmel.

Jeder einzelne bekommt früh seine ganz spezielle Einheit. Kim – mein kleiner Geschirrspüler und Taschendieb – lach - durch ihren schmalen Fang kommt sie in jede Ritze, in jede Tasche und ist die Eifrigste beim Auslecken der Futterschüsseln. Und es ist einfach nur ein Genuss für die Augen und für das Herz zu sehen, wie sie alle Schüsseln ausputzt, als hätte sie noch nie etwas zu essen bekommen. Dabei wurde sie uns als mäkeliger Hund Beschrieben. Wenn man Ruhe hat und sich die Zeit nimmt zu beobachten, ist Kim eigentlich die kleine Fürstin im Hofstaat. Keiner der anderen, selbst Senta nicht, zweifelt sie an. Es gab noch niemals einen Fight mit ihr, sie geht aus dem Weg, wenn sie will, sie knurrt auf ihre eigene Art, wenn sie nicht weichen will. Schon während der ersten Begegnung mit ihr knurrte sie beim Spielen mit Mamid lautstark und gar fürchterlich, dies ist bis heute so geblieben. Da sie aber keine Zähne dabei zeigt, empfindet es die restliche Truppe wohl nicht als Bedrohung ... aber als respektables Mitglied der Familie. Sie ist schön, hat das dichteste Fell von allen und sie trifft am stärksten von allen ihre eigenen Entscheidungen. Manchmal wollte man meinen, sie käme auch gut ohne die anderen klar und erst recht ohne uns Menschen, sondert sich ab, ist auch schon manchmal ausgerissen, doch dann auf einmal zeigt sie sich wieder zum Spielen aufgelegt und unterwirft Pinu, lässt sich von Avani den Fang lecken oder kuschelt ausdauernd mit mir. An der Leine – beim normalen Gassigehen – ist Kim sehr folgsam, hält sich an die Regeln und genießt die Extraeinheit ….Sie trägt noch viel Wolf in sich und ich liebe sie dafür :)
Mamid – der Größte der Beste, der schönste Hund auf der ganzen Welt. Zumindest für mich – und das weiß er ganz genau. Er bekommt immer zuerst sein Futter, er schlingt nicht, sondern er frisst genüsslich.

Manchmal denke ich, er nimmt genau so viel, wie sein Energiehaushalt gerade bedarf, aber es gibt auch Tage, da könnte ich grrrrrrr ….., dann steht ihm die Fleischmahlzeit gerade nicht an, oder es ist zu viel Flüssigkeit drin, dann dreht er sich um, kommt zu mir und gibt mir zu verstehen, dass ich die Suppe wohl bitte abgießen soll. Mache ich dies, dann frisst er ruhig und genüsslich auf.  Danach – wenn alle noch gerne etwas Nachschlag hätten, ich eine Hand gutes Trockenfutter werfe und alle emsig suchen, ist es Mamid, der zu mir kommt sich vor mich hinsetzt und seine Streicheleinheiten haben möchte. Natürlich bekommt er sie und er hat dabei seine ganz eigene, russisch stolze Art. Setzt sich mit dem Rücken zu mir und von ganz allein hebt sich meine Hand und krault ihm den Nacken. Er ist schlank, wunderschön gebaut - der König eben - dies sieht man erst richtig, wenn er Fellwechsel hat – kein Gramm Fett, straffe Muskulatur. Er ist kleiner als Tala, aber um Längen erhabener und in sich ruhender. Er ist die personifizierte Würde ….

Ich weiß noch, wie er als Welpe zu uns kam: mir ist bald das Herz in die Hose gerutscht, als er aus dem

Auto auf unser liebes Schlachtschiff Sam zu tapste, ihn von unten ansah und :D …. knurrte :)

Sam hat ihn adoptiert und ihm so viel mitgegeben, wie es kein Mensch einem Hund wohl geben kann.

Aber auch da schon holte Mamid sich, was er gerade brauchte und dann ging er seiner Wege und

wollte für sich sein …..

 

Natürlich ist jeder dran am Morgen, jeder bekommt seine ganz spezielle Einheit. Dann sitzt Mamid auf seinem Baumhaus und schaut zu. Wenn es ihm zu lange dauert, oder er gerade auf dem Feld vor dem Freilauf nichts spannendes zu sichten hat gibt er  - schade, dass man Töne nicht durch Worte ausdrücken kann – so ein ganz tiefes wow wow, was heißt, „ich fühle mich grade schwer vernachlässigt ?¬タワEr ist der einzige im Rudel, von dem ich mir diese kleinen Anfälle von Arroganz gerne gefallen lasse und darauf reagiere. Denn erstens ist es nicht wichtig, weil er im Ernstfall auf seine Art trotzdem immer hört, und er dadurch auch nie solche Art Höhenflüge bekommen hat, die sich negativ auswirken würde. Er ist ein souveräner, sehr friedlicher und kluger König der Familie - trägt Sams Erbe in sich - Chef unter den Jungs und dies macht er mit einer solch Konflikt vermeidenden klugen Art, dass er bei mir alle Steine im Brett hat, die man nur haben kann. Außerdem trifft mich seine Art, mich anzuschauen, mitten ins Herz und bestätigt gleichzeitig meine Meinung und Erfahrung, dass jeder Hund genau so individuell ist, und vor allem, dass jeder Hund das Recht hat, individuell zu sein, wie wir Menschen es auch möchten. 


Der Mensch schreibt viele kluge Bücher über Hunde Erziehung und Anleitungen dazu. Aus meiner Sicht wäre es viel wichtiger, dass wir mal wieder auf unser Herz hören und unser Bauchgefühl und anstatt den Hund zurechtzubiegen, ihm seine Würde gewähren. Denn dann zeigt ein Hund meist eine wahre Freundschaft und vor allem macht er dann aus freien Stücken das, was wir von ihm möchten - er arbeitet mit uns, wenn wir ihn nicht mehr als Zuchtobjekt und Statussymbol für unser Ego begreifen - leben und leben lassen. Der Hund macht uns vor, wie das geht, wenn wir ihn als Partner, als Bereicherung für unser Leben begreifen ....


Machen wir uns nix vor: wir vermenschlichen alle ein wenig mehr oder weniger. :)
Aber mir geht oft durch den Kopf, dass unser Vermenschlichen meist ein darüber stellen ist. Natürlich haben wir die Verantwortung für die Bande und wir sollten diesbezüglich als Mensch schon das Sagen haben - wenn es Sinn macht - aber woher nehmen wir das Recht, uns über ein Individuum zu stellen, was wesentlich ausgeprägtere Sinne hat, als wir jemals haben werden, was das gleiche limbische System hat wie wir .....also unserer Gefühlswelt sehr ähnlich ist, nur eben die Sprache „Hund“ und nicht „Mensch“ spricht, von dem wir genauso viel lernen können, wie Erziehung geht, wie Leben geht. Sie sind klar und deutlich in ihrer Kommunikation untereinander – und auch uns gegenüber – man muss halt eben lesen können, dann klappt es auch mit der Verständigung.

Manchmal stelle ich mir vor, was aus unseren Hunden wohl geworden wäre, wenn Sie zu einem anderen Musher gekommen wären. Zu einem, der Zwinger oder sogar Kettenhaltung (an einer kleinen Hütte) bevorzugt. Was wären sie geworden? Neulich las ich wieder von einem selbst ernannten Hunde Gott, der in gewissen Facebook Gruppen die Leute ständig missioniert und belehrt und als Anfänger betitelt, etwas über „gute Hunde“. Ich meine, zuerst braucht es einmal einen guten Menschen, jedenfalls einen, der einen Hund nicht nur zu seinen Zwecken ausnutzt und zurecht „zerstört“, sondern der dem Hund auch seine Rechte gewährt. Dies wären zu aller erst einmal das Recht auf Individualität, Rückzug, auf einen eigenen Charakter, auf ein artgerechtes Leben, soweit dies im Zusammenleben mit dem Menschen überhaupt möglich ist. Dies würde aber bedeuten, lesen zu können, dem Hund nicht Kadaver Gehorsam, sondern auch eigene Entscheidungen zu lassen:
Das Recht auf Rudelbildung, auf eine gewisse Rangordnung, die ist so wichtig ist für den Hund auch auszuleben. Dies bedeutet, die Liebe zum Hund nicht mit dem eigenen Ego zu verwechseln und dem Status, den man in der Gesellschaft ausleben will. Wenn ein Hund zu uns kommt, interessieren mich keine Papiere, Blutlinie oder ähnliches, mich interessiert sein Sozialverhalten, ob er zu den anderen passt, weil er muss - darf ja mit den anderen leben, soll für die anderen Huskys keine Plage sondern ein Zugewinn sein und wenn er auf diese Art und Weise mit mir „spricht“, die mir zeigt, dass er in sich ruht, dann hat er mich auf seiner Seite. Alles andere kann er lernen …. Ich gehe davon aus, dass der Hund nun mal ein Lauftier ist und wenn er gesunde körperliche Voraussetzungen hat, dann wird Mario es schaffen, aus ihm einen stolzen Schlittenhund zu machen – denn das ist seine Leidenschaft und das kann er …:)
Ich kann zwar ein Gespann bewegen, was ich gerne, aber aus verschiedenen Gründen viel zu selten machen kann, aber das Training im Gespann macht Mario und ich bin stolz darauf, wenn ich sehe, was er aus ihnen gemacht hat - eine absolut konkurrenzfähige bunte Bande, in der jeder in jeder Position laufen kann. So gebe ich ihnen das, was ich gut kann, ein gesundes Maß an Erziehung, Ausgleich und Ruhe. Jeden Tag ein Stück von beiden - das macht unser Rudel aus …. eine Arbeitsteilung zwischen Mario und mir, die sich auf die Hunde sehr positiv auswirkt.


Niemals werde ich vergessen, wie ich unsere Hunde von der Ostsee abgeholt habe. Sie waren mit Mario in Schweden unterwegs. Haben dort die Weite gesehen sind tausende km gelaufen, haben super gearbeitet, standen den schwedischen Huskys in nichts nach. Man kann stolz sein, dass unsere Robben (wie wir sie liebevoll nennen) den Winter in Schweden so professionell gemeistert haben. 
Aber eines haben sie doch nicht getan: ihre morgendlichen Rituale mit mir leben können und sie haben nicht gespielt. Das macht den großen Unterschied aus zu einem zu Hause. Spielen ist so wichtig für Hunde, der wilde Vorfahre, dem der Husky noch so nah ist - der Sibirische zumindest - macht es vor; das Messen, das Rempeln und Hörner abstoßen ist so wichtig für einen ausgeglichenen Hund. 
Als wir nachts mit dem Hänger in Knobelsdorf ein fuhren, heulten sie wie die Wölfe, die nach Hause kommen. Und bei allem schönen, was sie erlebt haben, wurde in diesem Moment so deutlich, was ihnen gefehlt hat - ihr zu Hause und vielleicht ein wenig ich .....sie stürmten in den Freilauf, tobten durch die Nester, stecken ihre Nasen ins heimische Stroh, kuschelten sich zusammen und schliefen zufrieden ein. Als ich am nächsten Morgen mit dem Futtereimer kann – nach sieben Monaten, hatten sie nichts vergessen, sie saßen in der Reihenfolge, wie sie immer saßen, 
s
chlabberten genüsslich ihre Morgen Suppe, was sie in Schweden nicht einen Tag so gemacht haben wie zu Hause mit mir am Morgen. Ich kann nicht in Worte fassen, wie schwer mein Herz ohne Sie war, und wie reich und wie glücklich es an diesem Morgen überquellte. Und sie ließen mich fühlen, dass es ihnen auch so ging. Wir waren wieder zusammen und nie hat mir jemand so deutlich gemacht wie unsere Hunde, wie wichtig es ist, beides zu haben.
Vater“ und „Mutter“, Auslastung und Ruhe plus und minus Pol. Nur dann meine ich, dass Hunde freiwillig ihr Bestes geben, dass sie Vertrauen leben können, dass sie freiwillig in einem zu Hause bleiben, dessen Zäune sie ohne Mühe eigentlich überwinden könnten. Und das sind wir ihnen schuldig – sie geben ihr Bestes und wir sollten es genauso machen ..
Nach dem Frühstück toben sie ausgelassen herum und immer wieder stürmten sie auf mich ein :)
Senta unser Robbenmädchen war zu Hause ❤️ und bis heute feiert sie das  jeden Tag. Wenn man sie Kaspern sieht, wie sie angesprungen kommt, ihren dicken Kopf hin und her schwingt und tappst wie ein kleines Kind und dann ihren Kopf an meine Beine drückt und sich dazwischen schieben will so als würde sie in einen hinein krabbeln, dann lebt! sie . Senta ist für ihr Leben gern ein Dreck Spatz und genauso wie vehement, wie sie tanzt und kuschelt, weigert sie sich oft, dass ich sie bürste
Aber es hilft alles Nix, bürsten und Fellpflege steht jeden Tag auf dem Programm und so weiß ich mittlerweile, wo jeder unsere Hunde wie gebürstet werden muss, wer in welche Richtung gebürstet werden muss, damit der Fellwechsel nicht zur Plage wird. 
Ich kenne jede Fell Stelle in und auswendig und das ist gut so. Kim zum Beispiel hatte früher immer mal eine aufgebissene Stelle am Bein. (Hotspot)
Seitdem ich sie fast jeden Tag an den Beinen ausbürste, haben wir nie wieder Probleme damit gehabt. Das Bürsten , Kraulen und begutachten der Füße, der Zähne, der Ohren und das Absuchen nach eventuellen Zecken, die unsere Hunde so gut wie nie haben, ist unsere Art Sozial- verhalten geworden. Anfänglich haben unsere Russen immer mit etwas Gegenwehr reagiert. Wie ist ihre Art ist, wollten sie eigentlich selbst entscheiden, wann und wie sie sich der Sache ergeben. Mittlerweile genießen sie es und warten regelrecht, bis sie an der Reihe sind. Es ist für sie ein wichtiger Bestandteil geworden in unseren morgendlichen Zusammensein. Jeder ist für ein ne Weile der wichtigste Hund auf der Welt und fühlt sich sehr wohl dabei. Es ist schön zu sehen, wie sie sich danach entspannen. Sie schlafen in der Morgensonne, kauen auf einem Stock rum, buddeln Löcher oder beobachten verträumt die Landschaft. Und diese Ruhe brauchen die Huskys. Jeder darf sich dahin zurückziehen, wo er mag. Über diese Möglichkeit für unsere Hunde bin ich sehr dankbar. Und manchmal denke ich darüber nach, wie sich die Mäuse fühlen würden, wenn sie in Zwingerhaltung oder in der Kette gehalten würden, wie es in vielen Kennels so üblich ist.
Manchmal besonders wenn es wieder kühler wird, treffe ich früh eine sehr aufgeregte Bande an. Senta Bellt lautstark,
Lotte lässt es sich natürlich nicht nehmen, in das Konzert einzustimmen und dabei Avani zu traktieren, Pinu catcht Tala und alle benehmen sich wie eine wildgewordene Horde Kinder, außer Mamid, der jeden Morgen erst mal mich begrüßt. Dies sind die Tage, an denen ich erst einmal etwas härter durchgreife, alle ablegen lasse, und warte, bis sie alle liegen und leise sind. Dann verteile ich in aller Ruhe das Futter und rufe die Hunde einzelnen ab zum Futter geben. Nach dem füttern ist Fellpflege angesagt. 
Und wenn ich sonst etwas leger damit umgehe, ob sie nun liegen oder stehen oder sitzen, bin ich an solchen Tagen sehr streng damit und sie müssen so lange in Anführungszeichen aushalten, bis ich ihnen sage, dass sie fertig sind - das dauert an solchen Tagen seeehr lange - bis sie wieder gehen können. Danach kommen noch ein paar Übungen zu Unterordnung. Habe ich dann dieses Programm durchgezogen, sind die Robben wieder entspannt und gehen ihren morgendlichen Beschäftigungen nach. Sie liegen entspannt da, Senta kaut auf einem Stock,
Mamid und Pinu auf dem Baumhaus, Avani buddelt ein Loch, Tala liegt auf dem Rücken und grinst wenn man ihn krault. 
Tala unser Riesen Puppy.... Wenn man ihn aus seiner Sicht nicht genug beachtet, stößt er wie ein gekränkter kleiner Wolf langgezogen „huhuuuuuuuu“ Laute aus. Zieht das nicht, lässt er sich fallen und schnaubt lautstark – was natürlich auch nicht zieht. Dann steigert er das Ganze, in dem er sich zwischen mich und den Hund drückt, den ich gerade kraule, kommt mit dem Gesicht ganz nah, legt die Ohren nach hinten und schaut mich aus seinen braunen Augen ganz lieb an. Manchmal reicht es, wenn ich die Nase rümpfe, dann geht er weg und wartet, bis er „endlich“ dran ist. Doch manchmal muss ich ihn auch etwas deutlicher sagen, wo sein Platz gerade ist. Das akzeptiert er aber dann. Tala ist ein toller, kraftvoller Hund aber eben auch ein sehr liebebedürftiges Riesen Puppy

Knochen füttern. 
Selten bis gar nicht habe ich bisher so eine Eintracht erlebt. Da liegen drei oder vier Hunde zusammen in einem Nest und kauen friedlich auf ihren großen Fleischknochen vom Rind herum. Kein Knurren, kein Zicken. Immer wenn ich das beobachten kann, dieses tolle Miteinander unserer Hunde, bin ich so dankbar. Nur Mamid liegt alleine in seiner Ecke im Freilauf und kaut. 
Das ist die Vorliebe unseres Alphas. 
Es kommt vor, dass Kim oder Avani ihren Knochen vergraben wollen. Das kann/will ich aber bei sieben Hunden in einem Freilauf nicht zulassen. Ich grabe ihn dann wieder aus, und biete ihn noch einmal an. Wird er dann nicht angenommen, hat das Mädchen wohl keinen Hunger - dann nehme ich ihn weg.
Gestern haben die Hunde wieder gearbeitet. Wir hatten eine Veranstaltung. Und heute ist Regenwetter – so liegen die Hunde entspannt in ihren Nestern und kauen ihre Knochen.
So träumen wir ein bisschen zusammen im Stroh - bevor ich leider wieder gehen muss. Zu gerne hätte ich heute an Lottes breites Kreuz gekuschelt eine Stunde bei den Hunden geschlummert. 
Lotte ist eine ganz große, sensible Seele. 
Sie hat von allen das breiteste Kreuz und bietet es auch allen an. Selbst mir, wenn ich nicht so gut drauf bin, dann setzt sie sich vor mich und zeigt:„ lehn dich an und ruh dich aus“. 
Was ist nur aus der so wütenden, ernsten Maske geworden, die sie hatte, als sie zu uns kam? Heute schauen ihre blauen Augen so sanft und sie kann lachen, wenn man sie auf dem
Bauch krault. Sie ist in der Lage, jeden umzurennen und macht das auch sehr oft, 
dann schmeißt sie die Rüden auf den Rücken und rüttelt sie ordentlich durch....
dabei hat sie aber noch nie auch nur ein Loch in ein Bein oder Ohr getackert, sie zeigt nur stolz und raubeinig ihre Kraft , um dann wieder mit Inbrunst die imaginären Wunden des Unterlegenen zu lecken. Lotti ist die Krankenschwester im Team. Sobald auch nur eine kleine Wunde bei einem „ihrer“ Hunde da ist, wird diese beleckt und sauber gehalten. Sie ist mein natürliches Antibiotikum :)
Manchmal sitzt sie etwas abseits und ist in sich gekehrt, dann gehe ich hin und Lotti lehnt sich an mich und wir gucken zusammen in die Ferne. Ruhige wundervolle Momente voller Zusammengehörigkeit und gegenseitiger Zuneigung. 

Den nächsten Tag scheint die Sonne im Freilauf und ich genieße ein paar Minuten die letzten so schönen warmen Tage dieses Jahr. Es gab Puten Hälse. ....Manchmal vermisse ich die Zeit, als wir noch zu dritt morgens über das Feld gelaufen sind. Der alte Samsam - den ich so vermisse....Mamid, Kim , ich und der Sonnenaufgang.

 Gestern Abend waren wir mal wieder gepflegt mit Mamid und Kim spazieren. Knobelsdorff ist wunderschön: so viel Freiraum, so eine schöne Landschaft und zu Hause. Ich hab darüber gesprochen, dass ich oft Gedanken habe  „ich gebe die beiden nie wieder her ....es waren die ersten Huskys, die zu uns gekommen sind.“ Aber wenn ich dann im Freilauf sitze und Senta drückt ihren dicken Kopf in meinen Schoß und schnieft wie ein kleines Walross, wenn Lotte mit ihrem breiten Kreuz neben mir sitzt, ganz still am Morgen und wenn ich dann zu den Ami´s gehe: Tala sich auf den Rücken legt und lacht, Pinu sich in Slow Motion wie Fuchur aus der unendlichen Geschichte an mich ran drückt und das kleine Erdmännchen Avani sich vor mich hinsetzt und ihre Augen so aussehen, als könnte sie kein Wässerchen trüben, dann könnte ich in solchen Momenten nicht entscheiden und wollte es auch nicht, wer nun bleiben darf und wer nicht. Zum Glück steht diese Entscheidung nicht und wir dösen zu acht in der Sonne und haben uns einfach lieb.
Und in mir ist ein Gefühl von Dankbarkeit, dass wir genau die richtige Anzahl der Hunde so zusammengestellt haben, dass sie sich im Wesentlichen vertragen, dass sie Rudel leben können und dürfen und das dabei jeder seinen Platz an erkennt und mit Leben füllt. 
Gerade eben habe ich Mamid gebürstet, der gerade seinen Fellwechsel macht. Sobald ich aufhöre zu bürsten, hebt er eine Pfote und tippst mich an. Was offenbar so viel heißen soll, wie mache weiter! Da kam mir folgender Gedanke: die meisten Menschen lernen ihren Hunden das Pfötchen geben. Noch nie hat jemand darüber nachgedacht, dass das Pfote heben eigentlich eine Aufforderung ist, wenn man es ganz genau nimmt, und verhaltenspsychologisch darüber nachdenkt, ist es eine unterschwellig dominante Geste. Und zu dieser Geste fordert Herrchen oder Frauchen seinen Hund aus, und ist stolz drauf wenn er es macht. Ein lustiger Gedanke - besonders dahingehend, dass in vielen Belangen die heutige Hundeerziehung oder besser das was wir für Hunde Erziehung halten oft viel zu ernst und vor allem nur aus unserer Sicht gesehen wird.. Und so schmunzele ich, schüttele Mamid seine Pfote und Bürste ihn weiter

- [ ] Heute regnet es in Strömen. Mario sagt, sie sind gestern Abend spitze gelaufen und so ist der Futter Eimer heute gut gefüllt....Am Tor kommt mir heut keiner entgegen .... sie dösen wohl vor sich hin. Als sie mich bemerken geht ein munteres Geheule und Gebell los, die Bande hat Knast, nur Mamid ist noch nicht da. Als ich ihn rufe, kommt er von draußen angerannt – er hat kaum nasses Fell-  also hat er wohl in einem Haus draußen geschlafen der Sternentänzer.....Er zieht sich gerne mal zurück - wie ich. Sie fressen heute sehr gut – es gibt ein Gemisch aus Rinderfleisch Knochen, Kehlkopf gewolft , Hühnerfleisch und ein paar Nudeln. Senta – Mitarbeiter des Tages gestern – ist als erstes fertig und springt in ihrer lustigen Art herum und möchte Nachschlag. Nach dem Füttern bleiben wir heute alle im Hundehaus. D.h. sieben Robben und ich kuscheln in ihrem großen Nest aus Stroh. Lotte liegt ganz nah an mich gekuschelt, an meinem Rücken liegt Senta, daneben Kim, an meinem Kopf liegt Mamid und hinten in den Ecken die Ami´s: Tala, Pinu und Avani.... ich singe leise das Lied von vor mich hin, was ich Ihnen schon als Welpen vorgesungen habe und es zieht Ruhe ein. Alle schließen die Augen, Mamid putzt sich noch etwas verträumt und ich kann nicht mit Worten beschreiben, welchen Frieden, welche Ruhe und Geborgenheit solche Momente ausstrahlen. Ich lege meinen Kopf auf Lotties Bauch , halte Kim im Arm und sauge den Duft von Stroh und den Duft unserer Hunde ein. Den ganzen Tag könnten wir so liegen bleiben weil es ist ein Gefühl von Zusammengehörigkeit von gegenseitigem Respekt und Liebe – das ist so viel mehr wert, so viel Anerkennung, in ihrer Mitte liegen zu dürfen und für einen Moment ein Teil von ihnen zu sein – solche Momente erfüllen mein Herz mit so viel Dankbarkeit. Bevor ich dann wieder in den Tag gehe, bekommen sie heute im Hundehaus ihre tägliche kleine Zugabe von mir, dann danke ich dem Regen für diese schönen Stunden, wünsche der Bande einen schönen Tag und schließe das Tor. 
Dog Handler zu sein – also die Hunde zu betreuen - ist für mich ein Privileg. Es bedeutet für mich die Seele der Hunde zu pflegen, ihr Ruhepol und ihr zu Hause zu sein, jeden einzelnen lesen zu lernen und das Rudel zu begreifen und wenn ich denke, Grenzen zu ziehen oder Raum zu lassen oder Schutz zu geben. Es ist das Arbeiten mit dem Hund mit den Hunden im Hintergrund, das ist der Öffentlichkeit verborgen bleibt, die Arbeit und das Wissen um jeden einzelnen, was oft von außen nicht wahrgenommen wird.

Gestern hat Avani – Papas Liebling – sich wieder geziert, das Futter einzunehmen. Sie hat die Eigenschaft, ein Theaterspiel aufzubauen, welches selbst der Dramaturg nicht besser hinkriegen würde. Sie verkriecht sich dann in ihr Nest und tut so als hätte man sie gestraft, obwohl rein gar nichts passiert ist. Nachdem ich ihr ihren Napf mit Fleisch zuerst ins Nest gestellt hatte, und sie so tat, als dürfe sie nicht essen das arme Mädchen, nahm ich es weg. Ich teilte es auf die anderen Näpfe auf 
- [ ] Heute zeigte sie ein ganz anderes Verhalten. Sie begrüßte mich heute Morgen freudig und aß anstandslos ihre Portion. Nach dem Frühstück leckt immer einer der Hunde den Eimer aus. Heute wollte sich Avani mit Lotte, die ihren Kopf schon in den Eimer gesteckt hatte, streiten. Aber ohne mich! Avani leg dich hin! Und sie musste warten, bis Lotte fertig war und bekam dann noch einmal den Eimer. Es ist kühler heute und die Robben kampeln sich munter im Freilauf nach dem Frühstück. Tala - unser großes Ami - Baby hat wieder einen leicht gestressten Blick.
Ein kleiner Anteil von ihm ist eben auch Schäferhund und so denkt er wohl, er muss den Haufen sortieren. Ich rufe ihn zu mir: „Tala leg dich hin!“ und dann liegt er neben mir auf dem Rücken und ich kraule ihn seine Brust. Das scheint ihn dann doch sehr zufrieden zu stellen und er grinst vor sich hin. Lotte hat zusammen mit Kim Pinu gestellt. Lotte hat ihn im Genick gepackt und zu Boden geworfen auf ihre russisch herzliche Art. Kim lässt sich diese Party nicht entgehen, greift sich ein Stück Pelz von Pinu und knurrt dabei in ihrer eigenen Tonart. Irgendwann ist es Pinu zu bunt kommt zu mir gerannt, drückt sich an mich: bei Connie ist „Zicke“ hier kann mir keiner was. Na komm her kleiner Sack, ich beschütze dich
Mamid liegt majestätisch auf dem Baum Haus, beobachtet das Treiben. Ihn dort liegen zu sehen ist einfach nur ein Genuss für die Augen. Wie ein König der seine kleine Welt beherrscht. Seine klugen Augen schauen in die Weite auf das Feld und so checkt er wohl.

7 Hunde in einem Freilauf zu betreuen bedeutet auch, die Hinterlassenschaften zu räumen. Die Robben kennen wohl meine Eigenheiten dabei. Zum Freilauf gehört ein großer Zwinger, mit einem kleinen Eingang, so dass sie ständig rein und raus können wie sie wollen. Bevor diese Tür eingearbeitet wurde, benutzten wir ihn als Welpen Zwinger für Avani und Pinu. Dort verbrachten sie kleiner Weise die Nacht und dort wurden sie auch gefüttert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich sie abends gefüttert habe ....
Danach lagen sie immer auf mir und ich habe ihnen ein Lied gesungen. 
Immer das eine Lied und sie sind dabei eingeschlummert. 
Noch heute werden die beiden ruhig, wenn ich dieses Lied singe. 
Im Fachjargon nennt man das Verknüpfung. Ich nenne es: zu Hause


Heute soll erst einmal der letzte Tag sein, wo ich aus dem Hundehaus berichte. Mamid macht mir Sorgen: er hat Fellwechsel und offenbar eine leichte Herbstgastritis. 
Er hat mehrfach erbrochen und bewacht es vor den anderen - vor allem Tala - wie seinen Augapfel. Das schafft Spannungen, ich sehe den Bedarf zu handeln und räume es weg. 
Es gab heute Morgen Rindfleischstücke, Haferflocken , Ei und ein gutes Öl. 
Die anderen haben eingesaugt wie schon lange nicht mehr - außer Mamid - 
Er nimmt ein Fleischstück auf - hat wahrscheinlich Ekel vor Essen und spuckt es wieder aus. 
Ich gehe also zurück ins Haus und hole ein homöopathisches Mittel, welches auch nicht schmeckt, aber Spasmen löst und heilend wirkt. 
Wenn Mario heute trainiert mit der Bande, werde ich mit Mamid allein eine Runde gehen. Auch das ist etwas fürs Herzl - Mamid s und meins
Danach suche ich den Freilauf nach Erbrochenem ab und werde auch fündig. 
Untersucht und entsorgt. 
Alle werden gebürstet wie jeden Morgen und entspannen sich sichtlich. Außer Lotte , die wohl in der Mitte ihres Zyklus ist und langsam wieder anfängt, Pinu zu bereiten. 
Danach entsorge ich sie Kacke wie jeden Morgen und sehe nach, ob irgendwas auffälliges dabei ist - nichts - alles in Ordnung. 
Als ich den Robben wie immer am Ende noch ein paar Leckerli gebe, sitzen alle wie immer vor mir - nur Senta. Die tobt wie eine irre durch die große Box im Hundehaus. Andere Geräusche als sonst, also nachschauen. 
Was erst lustig aussieht, gibt mir rel. schnell zu denken und ich finde zwischen dem Stroh einen Igel. Senta will ihn beschützen und droht Lotte aber nicht wenn ich dabei bin!
Alle aussteigen bitte und Igel gerettet und an einen hoffentlich gemütlicheren Platz gebracht. Hoffentlich hat er mir nicht zum Dank dafür ein paar Flöhe dagelassen. Aber denken wir mal positiv.;)

Die Sonne besucht uns noch einmal dieses Jahr - man fühlt sich dem Sommer näher, als dem Winter und wir kuscheln nach dem Frühstück in der warmen Sonne ...
Nur Lotti und Avani sind im Haus und ich höre die kleine Kreissäge Avani leise Knurren ....zum Glück ist unsere Lotte so eine souveräne, jeden Konflikt so lange es geht vermeidende coole Socke. Sie nimmt Avani einfach nicht für voll und macht lediglich ne kleine Bürste. Nur zwei Mal hat es bislang zwischen den Mädels gekracht .... als wir nicht dabei waren. 
Nach den Blessuren und dem Verhalten danach zu urteilen, ist es wohl Lotte, die sich im Ernstfall durchsetzt, wobei dies Avani mit Sicherheit nicht schmeckt, weil sie ist ne kleine Bitch, wenn es um Rang und Unterordnung unter ranghöhere Mädels geht. Sie vergisst nichts ....
Außer wenn die Damen in der Hitze sind und zusammen im hinteren Teil des Hundehauses und - Freilaufes sind, dann kuscht sie vor der russisch geballten Kraft - singt wahre Lieder und unterwirft sich spielend und wenn man das Schauspiel sieht, denkt man, die Kleine ist das bravste Erdmännchen auf Welt - ist sie - aber nur so lange, bis die Herren wieder mit im Ring sind.... dann läuft sie zu alter Form auf und lässt nix unversucht, die Leiter ein Stück hoch zu kommen. 
Bislang sehen die Russen weg und lassen sie Ihr Spielchen spielen :)
Nur wenn sich eine Maus hinter einem der Steine im Hundehaus versteckt hat - dann gehts um die Wurst und keine der beiden Damen denkt daran, das Feld zu räumen. 
Also schiebe ich Tala und Pinu, die halb auf mir im Freilauf gelegen haben beiseite und begebe mich zum Ort des Geschehens. 
Jede steht auf einer Seite der Steine und schiebt die Nase so weit es geht dahinter …Weibervolk !!!.... „keiner der anderen Hunde hat sich die Mühe gemacht, also lohnt es sich wohl nicht ihr zwei Krawallgurken“ sage ich und nehme die Steine weg. Was auch immer dort Zuflucht gesucht hat ist weg, „so! jetzt guckt nach und gebt endlich Ruhe ihr zwei Zicklein !“ 
Dann stopfe ich das Loch und schiebe die Steine wieder an ihren alten Platz. 
Frau beruhigt sich sichtlich und es dauert nicht lange und Avani und Lotti liegen bei mir in der Sonne - entspannt ….
Es gäbe so vieles zu sagen, zu erzählen von den Morgenstunden im Hundeland Knobelsdorf - vielleicht auch schon wegen meines Berufes so vieles fachlich zu bewerten oder zu fachsimpeln - über jeden der Hunde und ihren ganz eigenen Charakter kann man Bücher füllen ....
Aber ich nehme sie einfach entgegen wie sie sind - jeden Tag anders - so wie ich selbst auch jeden Tag wohl etwas anders bin, genieße ihre Zuneigung und ihre frei Art zu entscheiden und zu genießen als Geschenk , dass sie ein wenig mit mir teilen und werde jeden Tag von Ihnen belehrt, wie kostbar Zeit ist und das Leben nicht immer in Fachbücher passt. 
Als ich raus gehn will, finde ich noch einen Schmetterling, der nicht mehr fliegen kann. 
Auch ihn setze ich behutsam an einen sicheren Platz. Da kann er seine Reise antreten und hoffentlich noch ein bisschen die Sonne genießen. 
Sie sind alle Leben .... die Robben sind unser Leben und ich liebe die Hunde von ganzem Herzen ❤️